Record Store Day 2018

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RSD 18 bei grove records

Am 21.04. ist es wieder soweit. An diesem Tag wird international der Record Store Day gefeiert, „Tag der unabhängigen Plattenläden“, wird er auch genannt. Auch wir bei grove records haben uns dieses Jahr dazu entschlossen aktiv teilzunehmen, nachdem wir uns 2017 bewusst gegen eine größere Teilnahme entschieden hatten. Gründe dafür gab es damals den einen oder anderen, dazu aber später mehr. Auch wenn einige von euch mit Sicherheit schon vom RSD gehört oder sich selbst schon auf Schatzsuche begeben haben, zunächst mal ein kurzer Überblick, worum es bei diesem Event eigentlich geht und was ihn so speziell macht.

Worum geht es beim Record Store Day?

Der Record Store Day oder kurz RSD fand 2008 zum ersten mal in den USA statt. Damals war er noch ein relativ kleines Event, welches von einzelnen Ladenbesitzern ins Leben gerufen wurde, um sich von der Konkurrenz größerer Ketten abzuheben. Schnell entwickelte er sich jedoch zu einer Großveranstaltung, welcher heutzutage nicht nur in den USA, sondern auch in zahlreichen anderen Ländern begangen wird. So nehmen alleine in Deutschland, Österreich und der Schweiz mittlerweile mehr als 180 unabhängige Plattenläden an diesem teil.

Idee dahinter war, mit speziellen Veröffentlichungen, die nur an diesem Tag und nur bei teilnehmenden Händlern erhältlich sind, Kunden gezielt anzusprechen und den Fokus weg von den Ketten und dem Internet mehr zu den unabhängigen Läden zu verschieben. Mit der Exklusivität dieser Veröffentlichungen konnte man zudem – zumeist (!) – sicherstellen, dass die Veröffentlichungen nicht dennoch wieder im Netz landeten und die ganze Idee dahinter dadurch wieder in Frage stellten.

Die Veröffentlichungen

Grundsätzlich gibt es keine festgelegte Grenze, was den musikalischen Stil oder die Auswahl an Künstler betrifft, die an diesem Tag veröffentlicht werden.  Tendenziell handelt es sich aber zumeist schon oftmals um bekannte Evergreens, wie zum Beispiel Rolling Stones, Jethro Tull, Beatles, Pink Floyd oder auch ihre Äquivalenzen aus der modernen Popkultur. Hier genau liegt oder lag in der Vergangenheit auch oftmals einer der Kritikpunkte am RSD. Zu viele „alte Schinken“ würden veröffentlicht, noch dazu Alben, die noch jederzeit über normale Kanäle erhältlich sind, nur eben in bunt. Aber wir schweifen ab.

Auch wenn in der Vergangenheit nicht immer von der Hand zu weisen war, dass gerade die großen Plattenfirmen mit ihren Veröffentlichungen auf maximale Effizienz gesetzt haben, war dies auch immer schon eine Gelegenheit, um rare, bislang entweder nicht oder nur schwer (oder ungemein teuer) erhältliche Schallplatten zu ergattern. Neben den bekannten Größen, gab es aber auch immer Leckerbissen für den geneigten Musikliebhaber, der  auch fernab des „Mainstreams“ über den sprichwörtlichen Tellerrand blickt.

Kurz gesagt: Am Record Store Day werden Schallplatten von Aufnahmen veröffentlicht, die entweder lange nicht mehr, noch gar nicht oder nur in sehr geringer Auflage erschienen sind. Oftmals handelt es sich bei diesen Alben um kleine Raritäten, die zum Beispiel bislang nicht offiziell auf Vinyl erhältlich oder in manchen Fällen gar nicht erhältlich waren. Alle VÖ sind auf eine bestimmte Anzahl limitiert, oft farbig und nur bei uns unabhängigen Plattenläden erhältlich.

Welche Releases werdet ihr bei uns finden?

Eine komplette Liste wollen wir euch natürlich an dieser nicht präsentieren, da dies ja ein Stück weit die Spannung rausnehmen würde. Das schöne am Record Store Day ist ja gerade der Umstand, dass man nie ganz sicher sein kann, dass man auch tatsächlich die Platte bekommt, auf die man im Vorfeld ein Auge geworfen hat. Zudem bedeutet beim RSD eine Order  nicht zwingend, dass man diese als Laden auch tatsächlich bekommt. Dies rührt daher, dass bei einigen beliebten Scheiben die Nachfrage unter uns Händlern oftmals größer ist, als die tatsächliche Auflage. Treten also mehr Bestellungen auf, als tatsächlich Exemplare existieren, werden die vorhandenen VÖ nach einem bestimmten Schlüssel unter den Plattenläden aufgeteilt.

Einen kleinen Ausblick wollen wir euch aber dennoch nicht verwehren, damit ihr einen Eindruck habt, bei welchen Alben ihr zumindest berechtigte Hoffnung haben könnt, diese bei uns zu finden. Folgende Releases fanden wir besonders spannend, weshalb wir das eine oder andere Exemplar hiervon geordert haben:

  • The National – Boxe Live In Brussels
  • David Sylvian – Dead Bees On A Cake
  • Sigur Ros – Route One
  • Sigur Ros – Liminal Remixes
  • Pink Floyd – Pipers At The Gate Of Dawn
  • Mogwai – Ten Rapid
  • Arcade Fire – Arcade Fire EP
  • Johnny Cash – At Folsom Prison (4LPs !)
  • Rage Against The Machine – Democratic National Convention
  • The Who – The Kids Are Alright
  • Steven Wilson – How Big Is The Space
  • David Bowie – Let’s Dance / Now / Welcome To The Blackout

Es gäbe noch einige mehr, die hier zu nennen wären, aber wie gesagt, kommt einfach am 21.04. in der Zeit von 11 – 18 Uhr vorbei und lasst euch überraschen, was euch noch alles Tolles erwartet.

Nähere Informationen zu allen Veröffentlichungen findet ihr auch ausführlich hier.

Zu guter Letzt: Über (berechtigte) Kritik am RSD

Ich habe es zwischendrin immer mal wieder etwas anklingen lassen, es gibt und gab auch in der Vergangenheit ein paar Punkte berechtigter Kritik. Hauptvorwurf am Record Store Day war häufig, er wäre zu kommerziell geworden. Beispielsweise würden nur noch die x-ten Wiederveröffentlichungen erscheinen, nur um von Seiten der Plattenlabel auch auf Nummer sicher zu gehen, möglichst viele davon absetzen zu können. Das mag an manchen Stellen stimmen. Auch wir empfanden dies oftmals in den letzten Jahren so. Jimi Hendrix, Pink Floyd oder Jethro Tull mögen zwar jeder auf seinen Gebiet  einen bedeutenden Einfluss auf die Musikgeschichte gehabt haben, aber benötigt dies deshalb eine Sonderveröffentlichungen, die sich lediglich durch eine Live-Version und ein bisschen Farbe vom Original unterscheidet? Wohl eher kaum.

Ein weiterer Punkt, der oft hiermit im Zusammenhang stand und steht, ist der Preis der Veröffentlichungen zum RSD. Zu teuer hörte man aus verschiedenen Ecken, was auch in manchen Fällen leider nicht von der Hand zu weisen war. Hand auf’s Herz. Hierfür sind und waren mehrere Köche verantwortlich, die kräftig das RSD-Süppchen gewürzt und schließlich fast versalzen hätten.

Ausgangspunkt ist wie in den meisten Fällen das Label, welches die Preise für den Handel festsetzt. Ist der Ausgabepreis also schon von Haus aus hoch, kann es im Laden schlecht zum absoluten Top-Schnäppchen avancieren. Eine weitere kräftige Prise geben vermutlich auch dieses Jahr wieder so manche „Spekulanten“ bei, die zumeist die ersten morgens sind, die vor der Tür stehen, um gezielt möglichst viele Exemplare von einer bestimmten Veröffentlichung mit nach Hause zu tragen, nur um sich umgehend in den privaten Ebay-Account einzuloggen. Das sind dann meist die Angebote, die schon vor Ende – oder, was leider auch vorkommt, schon vor dem eigentlichen RSD – auf der Plattform auftauchen. Auch dies vermehrte den sprichwörtlichen Eindruck, es handle sich beim Record Store Day nur noch um „Geldschneiderei“, anstatt um einen Tag für Sammler und die unabhängigen Plattenläden.

Was jedoch einige Jahre so mehr oder minder gut funktionierte, hat in den letzten Jahren zu immer mehr Kritik und teilweise auch zu Boykottaufrufen  geführt, wodurch der Zuspruch mancherorts deutlich nachgelassen hatte. Letztendlich waren aber auch die Sammler an dieser Entwicklung nicht unbeteiligt. Auch hier kam es vermehrt zu „Hamsterkäufen“ und der Erfolg gibt den Labels schließlich auch wieder ein Stück weit recht. Und  nun wirklich ganz zuletzt, irgendwie war es doch auch immer ein wenig unglaubwürdig, wenn man besagtes X-te Release schließlich doch mit nach Hause genommen hat, nur um sich dann auf Facebook über die unverschämte Preispolitik auszulassen…

Warum wir dieses Jahr mitmachen

Nach all der Kritik mag der eine oder andere sich vielleicht jetzt die Frage stellen, warum wir uns dennoch dieses Jahr dazu entschlossen haben, am Record Store Day 2018 teilzunehmen. Ganz ehrlich? Wir waren uns anfänglich selbst nicht sicher, was wir dieses Jahr mit dem RSD anstellen sollen.

Letztendlich haben wir uns aber vor allem aufgrund von zwei Punkten zu einer Teilnahme entschlossen. Zum einen finde ich, dass dieses Jahr deutlich mehr interessante Releases erscheinen werden, als dies in den letzten Jahren der Fall war. Zum anderen hat auch die Kritik an der überhöhten Preispolitik dazu geführt, dass dieses Jahr die Preise etwas moderater ausfallen als es in den letzten Jahre der Fall war. Klar, die absolute Schnäppchenjagd wird der RSD auch bei uns nicht werden, aber man sollte hierbei auch daran denken, dass es sich bei den allermeisten der Releases auch um limitierte Sonderauflagen handelt, die auch fernab des Record Store Day etwas über den Durchschnittspreis liegen.

Wie dem auch sei, wir können euch jedenfalls versprechen, dass wir uns wie immer darum bemühen werden, euch alle Releases zu einem fairen Preis anzubieten. Ganz ohne Spekulation und Mondpreis.

 

 

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