Cranky Turtle

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Vor kurzem habe ich mich mit Joachim Bärtl, einem der Köpfe hinter Cranky Turtle getroffen, um mich mit ihm über seine Kreation zu unterhalten und einen kleinen Einblick hinter die Kulissen zu erhalten. Dabei ist dieses Interview entstanden, in welchem Joachim Bärtl erklärt, was es mit dem Namen „Cranky Turtle“ auf sich hat und warum manchmal 8 Botanicals mehr als genug für einen guten Gin sind.

grove records: Wie kam es zu dem Namen „Cranky Turtle“ für euren Gin?

Joachim Bartl: Ursprünglich sollte der ja „Black Squirrel“ heißen, ganz einfach, weil wir diese sehr gerne mögen. Das Problem dabei aber war, dass es in Italien einen Gin gibt, auf dessen Logo ebenfalls ein schwarzes Eichhörnchen abgebildet ist. Dies hätte bei Verwendung des Namens eventuell zu rechtlichen Problemen führen können. Daher mussten wir schnell umdisponieren. Nachdem Dorothea und Patrick (Anm.: ebenfalls Cranky Turtle) uns nach ihrem Thailandurlaub viele Bilder mit Schildkröten aus einer Aufzuchtstation gezeigt haben, kamen wir letztendlich zu dem Namen „Cranky Turtle„, da diese auf den Bildern tatsächlich immer etwas mürrisch dreingeschaut haben. Es war also eher ein spontaner Entschluss.

grove: Wie kamt ihr auf die Idee, Gin zu brennen?

Joachim: Wir kannten den Brenner bereits vorher und wollten schon länger selbst einen Schnaps brennen. Aufgrund der strengen Regularien in Deutschland war dies allerdings nicht ohne weiteres möglich. Bei der Herstellung von Gin ist dies einfacher, da der Rohalkohol dabei ja schon versteuert ist. (Anm.: Im Gegensatz zu manch anderen Spirituosen, wird bei der Herstellung von Gin bereits gewonnener Alkohol mit verschiedenen Botanicals mazeriert und anschließend teils mehrfach destilliert).

grove: Würdet ihr euch selbst als Gin-Liebhaber bezeichnen?

Joachim: Wir waren schon immer Gin-Liebhaber, auch bereits vor dem aktuellen Boom. Wir haben auch schon im Vorfeld mehrfach Gin-Tastings veranstaltet, unsere heimische Bar war jedenfalls immer gut bestückt. Es lag daher nahe, dass wir uns irgendwann auch an unseren eigenen Gin wagen.

grove: Wie steht ihr den zu dem aktuellen Gin Boom?

Joachim:  Wir waren erstmal überrascht. Eigentlich kam unsere Idee schon etwas zu spät für den Markt. Das war uns aber erstmal egal, da es ursprünglich gar nicht unsere Idee war, unseren Gin groß zu vermarkten. Anfangs war es eine Herzenssache, die wir eher für uns und unsere Freunde durchgezogen haben.

Nachdem der Gin aber so gut angekommen ist, haben wir aufgrund der Resonanz schließlich etwas cooles daraus gemacht. Wir haben gedacht, wir können dies der Welt nicht vorenthalten. Und da wir die Welt schließlich nicht beschenken können, mussten wir eben etwas Gewerbliches aufziehen (augenzwinkernd).

grove: Was macht euren Gin besonders?

Joachim: Uns war es wichtig, einen eher zitrus-betonten Gin zu machen, da wir dies selbst ganz gerne mögen. Wir haben dann nach Botanicals gesucht, die dazu gut passen. Das Besondere ist, dass er bei 47% eher mild schmeckt, so dass er gut pur trinkbar ist und eine leichte Süße hat.

grove: Welche Botanicals verwendet ihr?

Joachim: Die genaue Zusammensetzung möchten wir derzeit nicht verraten. Uns war es aber wichtig, eher weniger, dafür aber die passenden zu verwenden. 8 Botanicals klingen erstmal nach wenig, aber wenn man sie gut kombiniert, reichen diese völlig. Wir sagen immer, 100 Botanicals zu verwenden, ist alleine noch kein Qualitätsmerkmal für einen guten Gin.

grove: Welches Tonic empfehlt ihr für euren Gin?

Joachim: Eher neutrale, die dem Gin genügend Raum lassen. Fever Tree wäre beispielsweise eine gute Wahl.

grove: Hast du einen Lieblings-Gin?

Joachim: Martin Miller Dry Gin, die holen ihr Wasser eigens aus Island. Rangpur Tanqueray ist auch eine gute Wahl.

Wie seht, handelt es sich bei Cranky Turtle um einen Gin für echte Liebhaber! Im Gegensatz zu vielen industriell hergestellten Gins, wird Cranky Turtle in echter Handarbeit in kleinen Chargen von je 100 Flaschen mit viel Liebe zum Detail destilliert. Auch an diesem Beispiel wird abermals deutlich, dass eine clevere Kombination von wenigen, dafür aber optimal aufeinander abgestimmten Botanicals weit mehr vermag, als sich ausschließlich auf die Anzahl oder die Exotik der verwendeten Zutaten zu verlassen.

Wir freuen uns, dass euch diesen hervorragenden Gin künftig als eine der wenigen offiziellen Stellen  anbieten zu können. Sowohl seine Regionalität, als auch seine Philosophie für Qualität und Stil contra Massenproduktion machen Cranky Turtle zu einem echten Geheimtipp für Kenner guten Gins.

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